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Wenn es Zeit ist, Abschied zu nehmen ...
Ein Haustier ist über Jahre hinweg ein vertrauter, enger Gefährte - ein Mitglied der Familie. Nach vielen glücklichen, gemeinsamen Jahren heißt es dann aber eines Tages Abschied nehmen von unserem vierbeinigen Freund, wenn das Tier stirbt, altersschwach oder schwer krank wird. Der Tierbesitzer muss dann die schwere Entscheidung treffen, ob es nicht Zeit wird loszulassen und das Tier, damit es nicht weiter leiden muss, von seinem Leid erlöst werden soll.
Ob ein altes oder krankes Tier noch Freude am Leben hat oder ob es so sehr leidet, dass der Tod eine Erlösung ist, ist nicht immer einfach zu erkennen. Diese Frage sollte allein im Sinne des Tieres entschieden werden, unabhängig von den eigenen, persönlichen Ansichten und Ängsten. Ein Tier leiden zu lassen, nur um länger Freude an ihm zu haben, ist unverantwortlich.
Der Glaube, dass Tiere beim Einschläfern leiden oder den Tod bewusst erleben, lässt viele Tierbesitzer zögern, diesen Schritt zu gehen. Diese Sorge ist aber unbegründet. Wird ein Tier eingeschläfert, erhält es eine Spritze mit einem Narkotikum, genauso wie bei operativen Eingriffen. Das Tier wird so zunächst in eine tiefe Narkose (Schlaf) versetzt, Schmerzempfinden und Wahrnehmung werden vollkommen ausgeschaltet. Erst danach wird dem Tier eine Überdosis eines Nakosemittels nachgespritzt. In tiefer Narkose hört das Tier dann auf zu atmen, das Herz hört auf zu schlagen. Das Tier nimmt davon jedoch nichts mehr wahr.
Der Tierbesitzer sollte beim Einschläfern dabeibleiben. Keine Ausreden, denn Du, den das Tier am meisten liebt, musst bei ihm sein!!! Es erfordert natürlich viel Kraft dabeizubleiben, wenn der Tierarzt die letzte Spritze gibt. Aber denk daran: Dein Tier braucht Dich jetzt und diesen letzten Dienst bist Du ihm schuldig ...
Es ist der letzte Liebesbeweis, dem man seinem langjährigen Freund erweisen kann, ihn auf dem letzten Weg zu begleiten, ihn hinüberzu- streicheln und beruhigend mit ihm zu sprechen.
Gute Tierärzte bieten an, das Tier zu Hause, in seiner gewohnten Umgebung zu erlösen, um ihm die Aufregung in der Tierarztpraxis zu ersparen. Soll sein letzer Gang voller Angst/Aufregung sein? Fragt Euren Tierarzt danach - es wäre für Euer Tier sicher die friedvollste Möglichkeit, auf seinem Platz (in vertauter Umgebung) einzuschlummern.
Wie schwer der Abschied von seinem vierbeinigen Freund fällt, weiß jeder, der bereits ein Tier verloren hat. In seiner großen Trauer verdrängt dann so mancher Tierhalter den Gedanken, was nach dem letzten Gang mit seinem Liebling geschieht - der Tierarzt wird sich schon kümmern. Und so kommt es, das ca. 90 % aller in Tierarztpraxen eingeschläferten Tiere in Plastiksäcken verpackt in der Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt werden.
Zusammen mit Schlachtabfällen und toten Tieren, die die Stadtreinigung auf der Straße findet, werden die toten Tiere in der Tierkörperbeseitigungsanlage verarbeitet. In einem riesigen Kessel wird das ganze unter Hochdruck auf eine Temperatur von 133 Grad Celsius erhitzt. Ergebnis dieses Schnellkochtopf- prinzips ist eine Fleischsuppe aus Wasser, Fett und sogenannten Feststoffen, also Knochen. Diese werden getrocknet und zu Tiermehl pulverisiert. Das abgeschöpfte Tierfett wird an Chemie- und Kosmetikfabriken verkauft; es ist Basisprodukt für Seife und technische Schmierstoffe.
Eine ekelerregende und traurige Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass so ein Tier, mit dem man viele Jahre zusammengelebt hat, ein guter Freund und Gefährte war.
Es gibt aber zum Glück auch andere Alternativen:
Ein Grab im eigenen Garten, das aber normalerweise nur unter bestimmten Umständen (z.B. nicht in Wassereinzugsgebieten, nur Hunde bis 10 kg, etc.) genehmigt wird, man muss also wegen den lieben Nachbarn etc. aufpassen, wenn man solche Bedingungen nicht erfüllt, sein Tier aber trotzdem im Garten begräbt. Dann gibt es noch die Möglichkeit der Bestattung auf einem Tierfriedhof, oder die Einäscherung in einem Tierkrematorium. Bislang gibt es allerdings nur wenige Tierkrematorien in Deutschland, so daß viele Tiere zur Verbrennung in ein Tierkrematorium in Holland transportiert werden. Der Tierbesitzer hat dort dann die Möglichkeit, eine anonyme Einäscherung vornehmen zu lassen oder sich für eine Einzelverbrennung mit Rückführung der Urne zu entscheiden.
(Verfasser: S. Korbach)
ABSCHIED NEHMEN ... Gehe jeden Gang mit mir, besonders den letzten. Sage dann nicht ich kann nicht, ich liebe Dich bis zu meinem letzten Atemzug, bis meine Augen sich schließen. Ich gehe getrost von dieser Welt, wenn ich Deine Hand in meiner letzten Stunde spüre und sie mich zärtlich streichelt und wenn ich Deine leise Stimme höre, die sanft zu mir spricht: Ich liebe dich! Nur dann fällt mir der Abschied leichter ...
(Verfasser: unbekannt)
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